DMOZ und seine Opfer – Sind die Moderatoren schuld ?

Einen schönen Beitrag eines frustrierten DMOZ-Bewerbers habe ich gerade im blog.antikoerperchen.de (ich habe keine Ahnung nicht wie ich auf diesen Blog gestoßen bin) gelesen, der Autor gibt uns eine schöne Übersicht über die Nachteile von DMOZ leider eine etwas einseitige Sicht:
Zitat:
In letzter Zeit wird aber unter den SEOs auch starke Kritik am ODP laut. Bei den meisten Website-Besitzern bleibt der Aufschwung bei Google mittlerweile aus. Einige gehen daher davon aus, dass das DMOZ bei Google an Bedeutung verloren und es stellt sich damit die Frage, ob es noch Sinn hat, sich um eine Aufnahme im ODP zu bemühen.
Ich denke, dass dies eine art Taktik von Google ist, es wird immer mehr zu Regel, dass sich Suchmaschinenoptimierungsmaßnahmen erst sehr viel später einstellen (früher ging das wesentlich schneller). Vielleicht hofft Google, dass dem Suchmaschinenspamer so die Lust am Optimieren vergeht.
Zitat:
Es wird auch von manchen das Gerücht kolportiert, die DMOZ-Editoren seien „korrupt“. Die Aufnahme von Linkvorschlägen ließe sich daher erheblich forcieren, indem man sich die Aufnahme schlicht und einfach erkauft (das ODP ist allerdings ein freier Katalog!).
Ein schwerwiegender Vorwurf ist auch, dass einige Kategorien von Editoren besetzt sind, die selbst eine Firma haben und Konkurrenzseiten aus Eigennutz strikt die Aufnahme verweigert.
Das Gefühl habe ich auch bei manchen Kategorien, jedoch kann es auch einfach daran liegen, dass der Moderator inaktiv ist, hier sollte man vielleicht einfach selbst versuchen sich als Moderator zu bewerben. Ich selbst bin auch Moderator bei DMOZ und kann sagen, dass die verantwortlichen Leute sehr gut mit sich reden lassen.
Zitat:
Das DMOZ generiert kaum echte Besucher. Internet-Verzeichnisse sind zwar eigentlich für Menschen gedacht, um die Suche nach qualitativ hochwertigen themenspezifischen Links zu erleichtern, aber außerhalb der Suchmaschinen-Optimierung spielt das DMOZ kaum eine Rolle.
Stimmt, es lohnt sich in jedemfall im DMOZ-Verzeichnis gelistet zu werden. Der Effekt stellt sich aber ganz langsam ein.
Der Grund ist, dass das DMOZ Verzeichnis haufenweise (nicht nur von Google) gepsiegelt wird und somit eine Menge Backlinks generiert werden. Da die Synchonronisation (wenn sie denn statt findet) meist nur in sehr geringen Abständen bei den Webmastern vorgenommen wird.
Zitat:
Das DMOZ scheint bei Google nur noch einen untergeordneten Faktor für das Ranking zu spielen.
Das kann ich nicht bestätigen aus meinen Erfahrungen widmet Google dem DMOZ-Katalog immer noch einen gewissen Sonderstatus, so ist es z.B. auch üblich, dass die Beschreibungen von DMOZ in den Natural Listings angezeigt werden.
Dass man viele Besucher über den Katalog als Referer bekommt ist nur sehr selten der Fall.
Ich schließe mich der Meinung eines Kommentators an:
Du hast ja sehr umfangreich die Nachteile einer Listung beim ODP herausgearbeitet. Ich frage mich allerdings, was davon Gerüchte sind und was tatsächlich auf nachprüfbaren Fakten beruht. Und noch etwas: Was ist den mit den Vorteilen des ODP? Gibt es die nicht? Oder könnte es einfach nur sein, dass Du Dich darüber ärgerst, dass Deine Site (noch) nicht gelistet wurde
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Wie gesagt, ich bin mit allen Seiten, die ich angemeldet habe, im DMOZ. Aber mit dem Service vom DMOZ kann doch eigentlich kaum jemand zufrieden sein. Gut, dass eine Anmeldung nicht alles in 2 oder 3 Tagen geht, ist ja ok, aber dass man sich jedesmal auf monatelange Wartezeit einstellen muss, ist doch echt zum erbrechen.
Selbst wenn man seine Beschreibung und Titel gewissenhaft und sachlich formuliert, kommt man nicht unbedingt in den Katalog (auch wenn die DMOZ-Editoren das immer behaupten). Anfragen im Forum werden lapidar mit “Ist noch in Bearbeitung, bitte weiter warten” beantwortet.
Es kann ja auch nicht angehen, dass man sich erst als Editor bewerben muss, um einen Link im DMOZ zu bekommen. Das ist doch Overkill. Außerdem hat nicht jeder den Nerv dazu, sich erst 4x zu bewerben, 4x fadenscheinig abgelehnt zu werden, um dann beim 5x vielleicht reinzukommen. Im DMOZ-Blog schreibt einer der Autoren so etwas wie “nach 15 Bewerbungen (gefühlte 40) wurde ich als Editor aufgenommen” – ganz toll.
Tatsache ist ja wohl auch, dass es Fälle wie diesen hier gibt und dass es auch DMOZ-Editoren gibt, die solche Angebote wahrnehmen. Die Leute, die so etwas machen, sind normalerweise nur nicht so blöd, es in den Foren hinauszuposaunen. So etwas passiert, es ist nur schwer zu beweisen.
Genauso gibt es sicherlich auch Konkurrenz, die als Editor bei DMOZ tätig ist und anderen Seiten den Eintrag erschweren. Woher soll man so etwas aber wissen? Woher soll ich an einem Pseudonym erkennen, dass das ein Konkurrent ist und reicht ein wage Vorahnung schon, um das Abuse-Formular vom DMOZ zu nutzen? Ich würde es bei so dünnem Tatbestand jedenfalls nicht benutzen.
Ich habe hier auch schon mit DMOZ-Editoren darüber geredet, was man vielleicht besser machen könnte. Offenbar sind man für Verbesserungen aber wenig empfangsbereit oder man tut partout so, als würde man mich nicht verstehen.
Das ODP ist kostenlos und niemand hat ein Anrecht darauf, dort eingetragen zu werden. Auf der anderen Seite will das ODP aber ganz vorne mitmischen und wer auf der Google-Starteseite als Mirror verlinkt wird, der spielt sicherlich ganz vorne in der Internetliga mit. Dementsprechend werden an ODP auch hohe Erwartungen gesteckt. Wenn dem DMOZ diese Erwartungen lästig sind, dann sollte man vielleicht seine Kompetenzen abtreten, die Google-Partnerschaft beenden oder was auch immer.
Zur Zeit kann das ODP hebt sich das ODP technisch und servicemäßig nicht von einem mittelmäßigen 0815-Katalog ab. Einzig der Zusammenhang mit Google hält den jetzigen Sonderstatus aufrecht, sonst wäre es ein ganz gewöhnlicher Katalog mit teilweise grauenhafter Wartezeit.
Mein Blogeintrag war natürlich subjektiv (habe ja auch nie etwas anderes behauptet), etwas konspirativ, etwas populistisch und etwas Stimmenfang. Es gibt aber eine signifikante Zahl von Leuten, die solche Meinungen über das DMOZ haben und man sollte sich vielleicht fragen, woher das kommt und wie man es ändern kann, statt es abzuschmettern.
Grüße
Dirk